Alter Stolperstein in Bad Schwalbach „wiederentdeckt“

Aus Anlass des Kriegsendes vor 80 Jahren haben am vergangenen Donnerstag elf Mitglieder vom Netzwerk für Demokratie und Vielfalt Bad Schwalbach mit Eimer, Schwamm und Messingpolitur die Stolpersteine ihrer Stadt geputzt. An neun Stellen in der Kernstadt sind bisher offiziell bis zu vier Erinnerungsplaketten aus Messing eingelassen worden, die an die von den Nationalsozialisten aus Bad Schwalbach vertriebenen Jüdinnen und Juden erinnern. Durch die Aufmerksamkeit eines Kioskbetreibers in der Brunnenstraße, der die Putztruppe mit einem „da hinten liegt noch einer!“ begleitete, kam die Erinnerung an Dr. Hugo Tannenbaum ans Licht, der in der Brunnenstraße 37 arbeitete und 1935 in die USA emigrieren konnte. Dieser Stolperstein fand sich nahezu unkenntlich unter einem Baugerüst versteckt und war bisher nicht auf der offiziellen Stolperstein-Liste der Stadt verzeichnet. Vom Schulkind bis zum Rentner: Alle durften feste putzen und polieren, es entstand ein regelrechter Wettstreit um das glänzendste Ergebnis! Nun ist auch dieser Stolperstein wieder deutlich sichtbar – und einer der wenigen Andenken an Menschen, die in Bad Schwalbach dem Grauen des Holocaust entkommen konnten.

Alter Stolperstein in Bad Schwalbach „wiederentdeckt“

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