
Das Netzwerk ist gegründet, ein Leitbild erstellt, wir sind zweimal auf die Straße gegangen in unserer Stadt seit den Potsdam-Enthüllungen über die Pläne rechter Kräfte zur Zerstörung unserer Demokratie. Das Unwort „Remigration“ ist kein Recherche-Aufreger mehr, sondern steht inzwischen im Wahlprogramm der AfD: Unliebsame Nicht-Deutsche sollen aus unserem Land abgeschoben werden. Gewöhnen wir uns an den Rechtsruck, die Gefahr, dass der Faschismus wieder um sich greift?
In so einer Situation Waffeln zu backen ist vielleicht eine Übersprunghandlung. Aber die heißen Eisen auf dem Bad Schwalbacher Martinimarkt machen im November nicht nur den Kindern Spaß, wenn der leckere Teig auf ihnen zur duftenden Waffel ausbackt: 50 Cent pro Stück für die Gedenkstättenarbeit von Vitos in Kiedrich. Wir erbacken fast 120 Euro! Und wieder stehen ein paar Bürgerinnen und Bürger mehr auf unserer mail-Liste, das Netzwerk wächst.
Martinimarkt und das Gedenken an die Reichsprogromnacht: Die dunklen Novembertage erinnern uns danach an das, was als „Nie wieder!“ vom Kirchturm von St-Elisabeth über unserem Stand flattert. Es schließt sich an ein stiller Marsch von der ehemaligen Synagoge zum jüdischen Friedhof.
